Der FREI DAY ist ein Lernformat von Schule im Aufbruch.

Macher-Tag an der Grundschule Großdeinbach

Ein Freitagvormittag Anfang Juli. An der Grundschule Großdeinbach bei Schwäbisch-Gmünd ist „Macher-Tag“. Über den Namen haben die rund 50 teilnehmenden Schüler*innen der Klassen 1, 3 und 4 gemeinsam abgestimmt. Drei Stunden in jeder Woche arbeiten sie seit Beginn des zweiten Halbjahrs an ihren eigenen Projekten – jahrgangsstufenübergreifend, selbstorganisiert und mit bemerkenswerter Ernsthaftigkeit.

Die Schule ist Teil des ZukunftsDay-Programms, das das Kultusministerium Baden-Württemberg nunmehr im zweiten Jahr in Kooperation mit Schule im Aufbruch in ganz unterschiedlichen Schulformen, bis hin zu beruflichen Schulen, umsetzt. Das Programm geht weit über die bloße Umsetzung von Projekten hinaus, da die Kinder oder Jugendlichen selbst die Themen setzen. Die Lehrkräfte unterstützen sie als Lernbegleiter:innen dabei, ihre Ideen eigenständig zu entwickeln und umzusetzen. So werden Verantwortung, Kreativität und Wirksamkeit erfahrbar.

Die Projekte greifen reale Herausforderungen auf und führen ins Handeln. So entsteht hinter dem Schulgebäude in Großdeinbach eine Sandlinse als Nistgelegenheit für Eidechsen und Wildbienen. Auf die Idee kam ein Schüler durch einen Wildparkbesuch. Die Projektgruppe klärte zunächst ab, wer so ein Vorhaben genehmigen muss, und fanden heraus: der Ortsvorsteher. Sie nahmen Kontakt auf und erklärten ihm erstmal, was eine Sandlinse ist. Der Ortsvorsteher war begeistert von dem Projekt und nahm sich sogar die Zeit, beim Anlegen der Sandlinse vorbeizuschauen.

In einem Klassenraum werden pastellfarbeneTeelichte und Stumpenkerzen aus Wachsresten gegossen. In der großen Pause organisiert eine andere Gruppe einen Eisverkauf auf dem Schulhof. Die Einnahmen gehen an eine deutsch-togolesische Initiative, die sich in einem Dorf in Togo um den Ausbau der Wasserversorgung kümmert. Wieder andere Kinder planen ein gesundes Pausenfrühstück und haben dafür eigenständig Unternehmen wie Rewe und den örtlichen Lebensmittelladen wegen Sachspenden angeschrieben – mit Erfolg.

Auch die Umgebung wird einbezogen: Für die Herstellung von Samenbomben nutzen Kinder verblühte Calendulablüten aus dem benachbarten Kindergarten. Kooperation und Kreislaufdenken entstehen ganz nebenbei – ebenso wie immer wieder automatisch Fächerbezüge hergestellt werden und der eigene Wissensschatz erweitert wird, indem die Kinder voneinander lernen. Etwa, dass man Sand nicht nur in Kilogramm, sondern auch in Litern messen kann. Dass Calendula auch Ringelblumen heißen und orange Blüten haben, aus denen man Cremes und Salben herstellen kann. Dass eine Tonne Mehl tausend Mehlpäckchen sind (und man für einen Muffinverkauf dann doch nicht ganz so viel Mehl braucht). 

Der Macher-Tag in Großdeinbach zeigt in eindrucksvoller Weise, was alles möglich ist, wenn ein engagiertes Kollegium an der Schule Freiräume schafft: für Fragen, Ideen und echtes Handeln. Kinder erleben sich als wirksam – genau darin liegt die Kraft des FREI DAY.

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