Der FREI DAY ist ein Lernformat von Schule im Aufbruch.

„Endlich wirklich etwas ändern!“ – Der FREI DAY am St. Paulusheim in Bruchsal

Am 17.04. besuchte Nora aus dem FREI DAY Team das Gymnasium St. Paulusheim in Bruchsal. Seit sechs Monaten setzt die Schule einen FREI DAY um und hat Nora eingeladen, an einem FREI DAY zu hospitieren.

Wenn man freitags das Gymnasium St. Paulusheim in Bruchsal betritt, spürt man sofort: Hier passiert mehr als klassischer Frontalunterricht. Seit September 2025 ist der Freitag für eine 10. Klasse zum „Aktionstag“ geworden. Drei Stunden lang verlassen die Jugendlichen ihre gewohnten Rollen als bloße Wissensempfänger und werden zu Gestalter*innen.

Projekte mit Herz und Verstand

Die Bandbreite der selbstgewählten Projekte beeindruckt. Eine Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Brücke zwischen den Generationen zu schlagen. Sie besuchen wöchentlich ein lokales Altenzentrum. Was als Projekt startete, ist längst zu einer Herzensangelegenheit geworden. „Die älteren Menschen freuen sich jede Woche auf uns. Für sie machen wir einen Unterschied“, berichtet eine Schülerin. Hier wird Geschichte lebendig, wenn Lebenswege geteilt und Gemeinsamkeiten entdeckt werden.

Technisch und sozial zugleich geht es beim Projekt Fidgeture zu. Fünf Schüler nutzen technisches Know-how, um Gutes zu tun: Sie produzieren Fidget-Toys aus recyceltem Kunststoff mit dem 3D-Drucker. Der Erlös aus dem Verkauf an der Schule fließt direkt an den ADHS Deutschland e. V. – ein Paradebeispiel dafür, wie Kreislaufwirtschaft und soziales Engagement Hand in Hand gehen können.

Hürden überwinden, Ankommen erleichtern

Dass Engagement auch bedeutet, bürokratische Hürden zu nehmen, lernten drei Schülerinnen bei ihrem Projekt für geflüchtete Familien. In Kooperation mit der Stadt Bruchsal organisieren sie Koch- und Kreativangebote. Der Weg dorthin war lehrreich: Wer ist zuständig? Wie sieht konkrete Hilfe aus? Heute fördern sie durch ihr Angebot Sprachpraxis und erleichtern Kindern das Ankommen in der Fremde.

Rückenwind durch den ZukunftsDay

Solche Freiräume im eng getakteten Gymnasium zu schaffen, ist eine Herausforderung. Das St. Paulusheim meistert dies als Teil des ZukunftsDay-Programms – einer wegweisenden Kooperation zwischen Schule im Aufbruch und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.

Die Lehrkräfte vor Ort betonen, wie wichtig dieser institutionelle Rückhalt ist. Durch die integrierten Fortbildungen und den engen Austausch mit anderen Netzwerkschulen im Programm wurde der Weg für den FREI DAY geebnet. Es ist dieser „Rückenwind“, der es ermöglicht, dass Schule wieder ein Ort für echte Erfahrungen wird: Lösungen finden, Verantwortung tragen und auch mal Rückschläge aushalten.

Fazit: Selbstwirksamkeit spüren

Mein Besuch in Bruchsal hat gezeigt: Wenn wir Jugendlichen den Raum geben, sich mit den brennenden Fragen unserer Zeit – sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit – zu beschäftigen, entsteht eine unglaubliche Dynamik.

Oder wie es ein Schüler treffend formulierte: „Endlich reden wir nicht nur über Probleme, sondern können auch wirklich etwas ändern!“

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