Konzept
Der FREI DAY und Naturerfahrung
Die beste Umwelt zum Lernen ist die Natur. Die Angst vor dem Verlust einer intakten Umwelt gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Bedrohungsängsten unserer Kinder. Wichtig ist, dass Kinder nicht nur Räume haben, darüber zu sprechen, sondern auch Möglichkeiten, in Berührung zu gehen, ihre Visionen auszudrücken und ins Handeln zu kommen. Nur wer mit der […]

Ein Artikel von Margret Rasfeld

Die beste Umwelt zum Lernen ist die Natur. Die Angst vor dem Verlust einer intakten Umwelt gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Bedrohungsängsten unserer Kinder. Wichtig ist, dass Kinder nicht nur Räume haben, darüber zu sprechen, sondern auch Möglichkeiten, in Berührung zu gehen, ihre Visionen auszudrücken und ins Handeln zu kommen. Nur wer mit der Natur aufwächst, kann eine Beziehung zur Natur aufbauen. Das ist Grundlage dafür, dass wir sie schützen. Natur als sinnliches Erfahrungs- und Experimentierfeld voller Schätze kann man nicht aus zweiter Hand erfahren. Doch es gibt Kinder, die nur noch Technik-Erfahrungen aus erster Hand machen.

Richard Louv, Autor des Buches ‚Das letzte Kind im Wald?’, hat dafür den Begriff ‚Natur-Defizit-Störung’ geprägt. Es wächst eine Generation heran, die sich zwar mit Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt und sich im Internet über die Abholzung des Regenwaldes informiert, die aber kein ungestörtes, selbstmotiviertes Spielen in der freien Natur, Staunen und Entdecken kennt. Natur fördert Kreativität und Neugierde, schärft die Wahrnehmung und trägt bei, dass ein Kind die in ihm angelegten Potenziale entdecken, spielerisch ausprobieren und entwickeln kann.

Fehlende Natur-Verbundenheit begünstigt Entfremdung und damit eine Haltung, die Natur als Ware zu behandeln. Da technische Lösungen allein für eine nachhaltige Entwicklung nicht ausreichen werden, ist es unerlässlich, Kindern Natur-Erfahrungen zu ermöglichen und damit die Verbundenheit zur Natur in der Tiefe zu stärken. Sie müssen auch in Kontakt kommen mit der Praxis nachhaltigen Wirtschaftens, nach-haltigen Konsums, nachhaltiger Tier- und Lebensmittelproduktion, Solidargemeinschaften. Wir brauchen Humus-Bildung in doppeltem Sinne: mehr Humus im Boden und mehr Bildung darüber in den Köpfen. Es reicht nicht, einmal im Jahr einen Bauernhof zu besuchen, Natur- und Humus-Bildung muss verankert sein für alle in allen Kitas und allen Grundschulen. Bisher fehlt dafür die Zeit. Der FREI DAY schafft Raum und Zeit.

Margret Rasfeld

Margret Rasfeld

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